Maklergebühren 2019-05-28T12:53:53+02:00

Maklergebühren und Maklerkosten

Wenn bei der Vermittlung eines Mietobjekts oder beim Immobilienverkauf ein Makler engagiert wird, fällt eine Maklergebühr an. Wer dabei die Kosten trägt und wie hoch diese sind unterscheidet sich in jedem Einzelfall. Wer bei Ihrem Immobilienverkauf die Maklergebühr zahlen muss und wie Sie Ihr Haus verkaufen können ohne Maklergebühren zahlen zu müssen, erfahren Sie in diesem Ratgeber.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Beim Immobilienverkauf wird die Maklergebühr als Erfolgshonorar bezahlt, also bei Erfüllung der Maklerdienstleistung und einer erfolgreichen Vermittlung.
  • Die Höhe der angesetzten Maklerprovision ist verhandelbar und nicht gesetzlich festgelegt.
  • Je nach Bundesland zahlen Käufer und Verkäufer einen Anteil der Maklergebühr, während in manchen Bundesländern die Maklerprovision alleinig beim Käufer liegt.

Wann wird die Maklerprovision fällig?

Nach §652 BGB kann der Immobilienmakler Anspruch auf eine Provision erheben, wenn alle der folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Ein rechtswirksamer Maklervertrag wurde abgeschlossen.
  • Der Makler hat eine Tätigkeit erbracht (Nachweis und/oder Vermittlung)
  • Ein Kaufvertrag wurde abgeschlossen.
  • Die Tätigkeit des Maklers ist Ursache für den erfolgreichen Vertragsabschluss.
  • Der Vertrag wird nicht aufgrund eines Mangels unwirksam.
Wann werden Maklergebühren fällig?

Die Maklergebühr wird prinzipiell also nur im Erfolgsfall gezahlt. Sie orientiert sich am Verkaufspreis der Immobilie und wird als Prozentsatz im Maklervertrag festgehalten. Einen hohen Verkaufspreis zu erzielen, liegt also auch im Interesse des Maklers, da sich seine Provision dadurch erhöht. Die Provisionshöhe ist hierbei nicht einheitlich und es besteht keine gesetzliche Regelung in den Ländern.

Wie hoch ist die durchschnittliche Maklerprovision in meinem Bundesland?

Bei einem Immobilienverkauf ist die Höhe der Maklerprovision frei verhandelbar und es gibt hier keine Vorgaben per Gesetz. Es gibt je Bundesland jedoch „marktübliche“ Regelungen, an der sich Eigentümer und Immobilienmakler zumeist orientieren. Alle Verhandlungen zum Prozentsatz der Provision müssen vor Vertragsabschluss getroffen werden.

Bundesland Marktübliche Provision Anteil Verkäufer Anteil Käufer
Baden-Württemberg 7,14 3,57 3,57
Bayern 7,14 3,57 3,57
Berlin 7,14 0 7,14
Brandenburg 7,14 0 7,14
Bremen 5,95 0 5,95
Hamburg 6,25 0 6,25
Hessen 5,95 0 5,95
Mecklenburg-Vorpommern 5,95 2,38 3,57
Niedersachsen1 7,14 oder 4,76-5,95 3,57 oder 0 3,57 oder 4,76-5,95
Nordrhein-Westfalen2 7,14 3,57 3,57
Rheinland-Pfalz3 7,14 3,57 3,57
Saarland 7,14 3,57 3,57
Sachsen 7,14 3,57 3,57
Sachsen-Anhalt 7,14 3,57 3,57
Schleswig-Holstein1 7,14 3,57 3,57
Thüringen4 7,14 3,57 3,57

Alle Angaben in Prozent inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer.

  • 1: Die Provisionen unterscheiden sich je nach Region.
  • 2: In Münster gelten bis zu 4,75 Prozent Käuferprovision.
  • 3: Im Kreis Mainz-Bingen gelten bis zu 5,95 Prozent Käuferprovision
  • 4: In Westthüringen sind bis zu 5,95 Prozent Käuferprovision üblich.

Beispielrechnung bei einem Hausverkauf in Mecklenburg-Vorpommern

Verkaufspreis 400.000 Euro
Maklergebühr (5,95 Prozent) 23.800 Euro
Anteil: Verkäufer (2,38 Prozent) 9.520 Euro
Anteil: Käufer (3,57 Prozent) 14.280 Euro

Bei einem Immobilienverkauf kann die Maklergebühr verhandelt werden. Dabei haben Sie als Verkäufer eine gute Ausgangsposition, wenn Ihre Immobilie sich leicht und zu einem guten Preis verkaufen lässt, beispielsweise in Großstädten in beliebter Lage. Käufer hingegen haben dann eine gute Verhandlungsbasis, wenn sich die Immobilie ansonsten nur schwer veräußern ließe.

 Welche Vorteile hat der Immobilienverkauf durch einen Makler?

Der Immobilienverkauf über einen Makler bringt viele Vorteile mit sich, auch wenn die Maklergebühren teilweise sehr hoch ausfallen.

Folgende Leistungen werden beim Verkauf vom Makler für Sie übernommen:

  • Preisbewertung Ihrer Immobilie
  • Aufbereitung der nötigen Unterlagen zum Verkauf
  • Beratung zu vertragsrechtlichen Angelegenheiten
  • Weitervermittlung von Experten zu beispielsweise Entrümpelung, bei Schadstoffverdacht oder bei der Bewertung von Antiquitäten
  • Erstellung einer aussagekräftigen Verkaufsanzeige
  • Erstellung und Bearbeitung von Foto- und Videomaterial zum Wohnraum
  • Entwicklung einer Vermarktungsstrategie je nach Zielgruppe
  • Treffung einer Vorauswahl von potenziellen Käufern
  • Organisation und Durchführung von Begehungsterminen
  • Verkaufsverhandlungen mit den Interessierten
  • Ausarbeitung eines Kaufvertrags, zusammen mit einem Notar
  • Problemlose Übergabe des Objekts

Die Zusammenarbeit erspart Ihnen also einiges an Aufwand bei der Suche eines geeigneten Käufers sowie Preis- und Vertragsverhandlungen. Auch bei komplexen Themen kann er Ihnen spezifische Beratung anbieten und kennt den regionalen Markt. Es ist somit sehr wahrscheinlich, dass er einen besseren Verkaufspreis erzielen kann.

Haus verkaufen ohne Maklergebühren

In manchen Bundesländern, wie beispielsweise Hamburg oder Bremen, zahlen Sie als Verkäufer ohnehin keine Maklergebühr. Wenn Sie sich beim Immobilienverkauf die Maklergebühr komplett sparen möchten, können Sie Ihre Immobilie auch privat über Immobilienportale oder Zeitungsanzeigen verkaufen. Für einen erfolgreichen Verkauf ohne Makler kommt es vor allem auf gute Organisation an sowie ausreichend Geduld und Verhandlungsvermögen. Sie sollten sich daher gut überlegen, ob Sie sich den Verkauf im Alleingang zutrauen.

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